FLOW-Projekt erstmals am Liemkebach durchgeführt.
Holsen-Schwelle-Winkhausen. Mit Kescher, Lupen und Messgeräten untersuchten Schüler:innen der Gesamtschule Salzkotten am 03.06. den Liemkebach im Bereich Holsen-Schwelle-Winkhausen. Die Exkursion fand im Rahmen des bundesweiten FLOW-Projekts statt, an dem die Schule bereits zum dritten Mal teilnahm. Während in den vergangenen Jahren die Heder untersucht wurde, stand nun erstmals der Liemkebach im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Gewässeruntersuchung.
Beteiligt waren die Oberstufenkurse der Jahrgangsstufe Q1 der Fächer Chemie (Grundkurs) sowie Biologie (Grund- und Leistungskurs). Unterstützt wurden sie von drei besonders naturwissenschaftlich interessierten Schüler:innen der Jahrgangsstufe 8 sowie drei Schüler der Jahrgangsstufe 6, die ein außergewöhnlich großes Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen zeigen.
Ziel des FLOW-Projekts ist die Erfassung des ökologischen Zustands kleiner Fließgewässer. Die erhobenen Daten werden nach wissenschaftlichen Standards dokumentiert und anschließend an das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig weitergegeben. Dort fließen sie in Forschungsprojekte zur Bewertung und zum Schutz von Fließgewässern ein.
Besonders wichtig war daher ein präzises wissenschaftliches Arbeiten. Die Schüler:innen bestimmten verschiedene wirbellose Tierarten, die als Zeigerorganismen Hinweise auf die Gewässerqualität liefern. Diese Arbeit erforderte ein hohes Maß an Konzentration und Ausdauer, da sich viele Arten nur anhand kleiner Merkmale unterscheiden lassen. Zu den nachgewiesenen Organismen gehörten unter anderem Bachflohkrebse, die als wichtige Zeigerart für die Bewertung von Fließgewässern gelten.
Neben der Bestimmung der Gewässerfauna wurden auch verschiedene chemische und physikalische Parameter des Wassers untersucht. So entstand ein umfassendes Bild des ökologischen Zustands des Liemkebachs. Eine erste Auswertung deutet auf einen guten Gewässerzustand des Bachs hin.
Eine besondere Neuerung gab es in diesem Jahr ebenfalls: Erstmals wurde eine Probe zur Analyse von Umwelt-DNA (eDNA) entnommen. Dabei werden kleinste DNA-Spuren aus dem Wasser gesammelt, um Rückschlüsse auf die im Gewässer lebenden Organismen zu erhalten. Die Auswertung dieser Probe erfolgt an der Universität Duisburg-Essen und ergänzt die klassische Artenbestimmung vor Ort.
Begleitet wurde die Exkursion zudem von Steffi Schmitz vom WDR. Im Rahmen eines Podcasts zum Thema Citizen Science dokumentierte sie die Arbeit der Schüler:innen und erhielt Einblicke in die wissenschaftliche Datenerhebung am Gewässer. Damit wird das Engagement der jungen Forschenden auch einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.
Für die Schüler:innen bot das Projekt einen praxisnahen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten und zeigte, wie schulische Forschung einen wertvollen Beitrag zu aktuellen Umwelt- und Naturschutzfragen leisten kann.